Oh No Noh – As Late As Possible (Album des Monats 04/25)

Nanu, haben The Sea And Cake und The Notwist kürzlich etwa ein gemeinsames Instrumentalalbum herausgebracht? Oh No Noh! Stattdessen hat der Leipziger Gitarrist und Komponist Markus Rom unter dem gleichnamigen Alias mit »As Late As Possible« ein neues Solowerk veröffentlicht.
»Weilheim oder Chicago – Hauptsache Sachsen«, könnte man beim Hören des Albums in Anlehnung an die weisen Worte des sträflich unterschätzten Fußball-Philosophen Lothar M. denken. Oder anders gesagt: Rom vermag es in seiner musikalischen Fusion-Küche, Post Rock, Indietronica, LoFi und Ambient zu einer derart deliziösen Klangkost zu verschmelzen, dass die Herkunft der einzelnen Stilelemente eigentlich auch völlig egal ist.
Ob Noise-Sounds, schwebende Gitarren-Arpeggios oder gebrochene Rhythmen: Durchweg gelingt Rom in Songs wie »Dog Years«, »Loot« oder »Dot« der Spagat zwischen Wohlklang und Experiment. Und ganz nebenbei zeigt er damit zugleich auf, dass Melancholie und Zuversicht keine Gegensätze, sondern vielmehr zwei Seiten ein und derselben Medaille sind.
Luca Glenzer