Flashback #38: Johannes Enders »Tribute to Pharoah Sanders«

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»The Creator has a Masterplan B« – so heißt das kürzlich veröffentlichte neue Album des Johannes Enders Trios. Jazz-Nerds werden bei diesem Titel wohl hellhörig werden – ist er doch eine unmissverständliche Reminiszenz an den großen Pharoah Sanders und seinen ikonischen Titel »The Creator Has A Master Plan« aus dem Jahr 1969.
Und in der Tat: Die elf Stücke des Wahlleipziger Bandleaders sind ein unmissverständliches wie zugleich grandioses Tribut an sein großes Vorbild Sanders. Dieser war neben John Coltrane einer der herausragenden Protagonisten des Avantgarde Jazz. Anders als bei manch anderen Vertretern des Genres war sein Sound niemals kühl oder herzlos, im Gegenteil: Seine intensive Auseinandersetzung mit der spirituellen Tradition Afrikas durchzog sein Schaffen wie ein roter Faden und sorgte implizit dafür, dass bei aller Fingerfertigkeit der »Soul« in seiner Musik niemals abhanden kam.
Dass dies auch Enders im Zusammenspiel mit seinen beiden Mitmusikern – dem niederländischen Bassisten Joris Teepe und und dem US-amerikanischen Drummer Gene Calderazzo – gelingt, ist mehr als bemerkenswert, und zeigt zugleich: Menschen kommen und gehen, ihre Musik aber bleibt.