Jazzkalender #306

LET’S TALK ABOUT JAZZ… und hinter der Zeit!

Rückblickend den Beginn einer Sache auszumachen, fällt mitunter schwer: Welcher Blick führte zum Wort und welches Wort zum ersten fiebrig erwarteten Sommerromanzen-Kuss? Was ist wann geschehen, dass 90er-Jahre-Mode-Fauxpas auf den hippen Meilen dieser Stadt getragen werden wie die flippigsten Fummel von heute und die damals Jung-Gewesenen meinen müssen, Zeitreisen seien nicht länger Science Fiction?

Fragen, die sich am besten beantworten lassen, wenn gerade eine irre und laut aufgedrehte Musik-Compilation aus diesen Tagen (BRAVO HITS 7 beispielsweise) im Hintergrund läuft. Aber worum geht es hier eigentlich? Um den Sog der Arbeit, die die Organisation eines Musikfestivals in der Größenordnung der Leipziger Jazztage mit sich bringt und die Albernheit, die bisweilen vonnöten ist, um trotz des ohrenbetäubenden Getrappels der Fristen gut und ausgeschlafen (selten aber manchmal) durch diese Zeit zu kommen!

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Ihr wisst es bereits. Die Leipziger Jazztage 2021 »BODY TIME« haben es eilig! Bereits am letzten Tag des Septembers haben wir zur Festivaleröffnung in die Musikalische Komödie eingeladen. Was für ein Auftakt: Der Jazznachwuchspreis der Stadt Leipzig mit Unterstützung der Marion Ermer Stiftung feiert 25-jähriges Jubiläum. Bert Noglik, Musikjournalist und bis 2007 Künstlerischer Leiter der Leipziger Jazztage übergibt in diesem Jahr seinen Platz in der Jury, der er seit Beginn angehörte, an die Schlagzeugerin Eva Klesse und wünscht sich „Impulse aus der Szene“, die auch dazu führen, dass sich zukünftig auch mehr Musikerinnen auf den Preis bewerben und so auch die Möglichkeit erhalten mit diesem ausgezeichnet zu werden. Hier beginnt also etwas Neues und wir merken uns den Moment. Wer dieses Jahr den Preis erhält und damit auch das erste Konzert des Festivals spielt, erfahrt ihr in Kürze!

Im Anschluss und im Trio mit Larry Grenadier und Joey Baron: Jakob Bro. Das filigrane Spiel des dänischen Gitarristen rührte bei seinem letzten Besuch in der Stadt – 2017 war das – zu Tränen und im Büro ereilten uns bereits ungläubige, wie freudig erregte Anrufe, weswegen wir es gern noch einmal bestätigen: Ja, er kommt! Lange ist es nicht mehr hin. Was uns zurück zur Frage der Zeit bringt und wie es ist, ihr hinterher zu sein. Die Tage dürften derzeit gerne länger sein. Damit alles, aber auch wirklich alles sehr gut wird auf den Leipziger Jazztagen! Weniger wollen wir nicht. Ist klar. Doch warum die Sorgen: Das Programm steht. Der Vorverkauf läuft. Die Reisen der Musiker*innen werden geplant. Sportsocken gehen immer. Ihr kommt vorbei. Läuft also!

Vielleicht doch irgendwo noch ein Kran?

Bis gleich.

Euer Jazzclub-Team

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